Überraschung!!!

 

Leute – heute ging mir mein Allerwertester aber gehörig auf Grundeis!

Aber von Anfang an. Eigentlich war heute alles so wie immer. Jetzt wieder früh aufstehen, da  Frauchen ja zur Arbeit muss und das kleine Frauchen zur Schule. Alles gut soweit. Als Frauchen zurück kam hat sie uns alle in den Garten gelassen – auch wie immer. Dann kam das kleine Frauchen auch nach Hause und die beiden Zweibeiner haben gegessen, während wir in der Schlafstube schmoren und schnuppern durften.

Ja und dann, dann ist was passiert. Frauchen hat mich doch tatsächlich alleine zu Hause gelassen!!!!

Sie ist mit den Mädels alleine los gefahren.

Das kleine Frauchen war zwar da, hat mich aber nicht aus der Schlafstube raus gelassen, sondern hat die Nase über irgendwelche weißen Papierseiten gesteckt. Das kam mir ja schon echt seeehr merkwürdig vor. Ich hab mich dann abwartend vor dem Gitter gelegt. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam Frauchen endlich zurück. Die Mädels rochen so herrlich nach Wald, Wiese und Feld! Also waren sie spazieren – ohne mich!!!!

Und dann haben wir Futter bekommen – obwohl ich noch nicht gelaufen war! Stellt euch das vor. Und ich hab auch nicht die volle Portion bekommen. Also ich muss sagen, da wurde mir doch schon ganz anders. Ich hatte nun echt Sorge, was noch passieren würde. Schließlich hat Frauchen mich an die Leine genommen, mich nochmal durchgebürstet und ins Auto verfrachtet. Da hatte ich plötzlich richtig viel Platz, da die Box fehlte, wo sonst die Mädels während der Fahrt rein müssen. Es wurde immer merkwürdiger. Wir sind dann ein ganzes Stück gefahren und weil ich so nervös war, hab ich die ganze Zeit gestanden. Das war nicht wirklich bequem. Irgendwann hat Frauchen dann angehalten und das kleine Frauchen ist ausgestiegen. Sie hat noch nicht mal „Tschüß Otis“ gesagt. Also ihr müsst doch zugeben, DAS ist doch wirklich merkwürdig!!!

Frauchen ist dann weiter gefahren mit mir und nach einigen Minuten haben wir wieder angehalten. Mit einem Lachen im Gesicht hat Frauchen die Heckklappe aufgemacht und da schwirrten mir total unbekannte Gerüche in die Nase. Wasser (mal wieder ;-) ), ganz viele Leute, Gras, Schafe und – Hunde! Weit weg, aber der Geruch war da. Wir sind dann ausgestiegen und Frauchen ist mit mir los maschiert. Das war ein toller Weg auf der einen Seite ein See, auf der anderen Seite Felder, da kam ich aber nicht hin, weil ein Graben dazwischen war. Wir sind ein Stück gelaufen und da kam mir schon der erste Hund entgegen. Ein Königspudelmädchen. Die war total schüchtern aber ich war total Chavalier – gehört sich ja schließlich für einen Franzosen. Frauchen mag ja eigentlich keinen Leinenkontakt, aber das sie gemerkt hat wie vorsichtig ich war, hat sie eine Ausnahme gemacht und ich dürfte dem hübschen Mädchen guten Tag sagen.

Wir sind dann weiter gelaufen und schließlich durch ein Tor gegangen. Dort roch es wunderbar nach vielen verschiedenen Hunden, aber es war keiner mehr da – leider. Frauchen hat auch erst vorsichtig geguckt, aber nö, alle weg. Dann hat sie mir einfach die Leine abgemacht und hat gesagt: „Na dann lauf mal Großer!“ Wie jetzt? Ohne Leine? Hier? Okay!

Ich bin dann ganz vorsichtig los marschiert. Tatsächlich – die Leine war ab.  Leute, da bin aber losgeprescht, das könnt ihr mir glauben. Frauchen hat dann gepfiffen und natürlich bin ich sofort hin, weiß ich doch genau, dass es dann ein Leckerli gibt. Ja und dann durfte ich tatsächlich so ganz ohne Leine da rumstromern. Irgendwann bin ich an einem Zaun gekommen, aber egal, das Gelände war so groß, da störte mich der Zaun nicht die Bohne. Und Frauchen war auch immer in Rufweite. Das fand ich toll und bin auch immer wieder zu ihr hin. Irgendwann kam eine junge Schäfermixhündin zu uns. Die war grad ein paar Monate alte, aber gerannt ist die wie ein Windhund. Ich wollte mit ihr spielen, aber die war viel zu schnell für mich. Bin ja fast über mich selber gestolpert. Wir sind trotzdem einige Runden gerannt, aber dann hatte ich genug. Aber die Hündin nicht – die war nicht so schüchtern wie die andere Hündin. Immer wieder kam sie an. Hab ihr dann einmal die Leviten gelesen und dann war auch gut.

Irgendwann war die Hündin dann mit ihrem Herrchen wieder weg und ich bin noch ne Runde gestromert bevor wir zum Auto zurück sind. Wir haben dann das kleine Frauchen wieder eingesammelt und sind dann nach Hause gefahren, wo ich den Rest Futter gekommen haben.

Also alle Angst, das was unangenehmes passiert, war völlig unsinnig, hatte ich doch glatt gedacht, sie würde mich irgend wo hin bringen. Nie würde Frauchen mir was Böses wollen. Das habe ich heute begriffen. Im Gegenteil zeigt sie mir immer wieder ein neues Stück dieser tollen Welt.

Frauchen – ich hab dich lieb. Danke.

Schöne Woche noch – euer Otis.