Der Hund, dessen Charme Amerika erlag

Die Wahrheit über den den Kleinsten unter den Spaniel

All zu oft werde ich gefragt: "Was ist denn das für eine Rasse?" , wenn ich mit meinen vier Amis spazieren oder besser "laufen" gehe. Da kommen Feststellungen wie: "Oh der hat aber viel Fell für Cavalier King Charles!" oder "Ihr Pudel hat aber eine kurze Schnauze!". Wenn ich dann aufkläre, dass meine Hunde, weder die eine Rasse, noch die Andere ist, dann kommt meist: "Die Rasse kenn ich gar nicht. Die ist aber noch jung!" Nein, auch das ist sie nicht. Der American Cocker Spaniel ist zwar als "Rassehund" noch recht jung mit einer Anerkennung durch den amerikanischen Kennelclub Ende der 1940iger Jahre, aber inzwischen hat er sich als Rasse fest etabliert. Seit dem Walt Disney Film "Susi und Strolchi" ist er grad in Amerika der Spitzenreiter der Hundehitparade. Und das nicht ohne Grund, vereint der American Cocker Spaniel doch alles, wovon Hundefreunde träumen: eine handliche Größe, Intelligenz, Anpassungsfähigkeit, Charme und Charakter sowie letztendlich auch Schönheit, die aber bekanntlich im Auge des Betrachters liegt. Der "Ami" mit den großen Augen und dem seidigen Fell ist eine der auffälligsten und schönsten Hunderassen. Sein wunderschöner Kopf, seine ansprechenden Augen und sein reichliches, üppiges Haarkleid lassen ihn überall auffallen. Seine kraftvolle, raumgreifende Bewegung zeigen sein sportliches und freundliches Wesen. Der Ami ist ein fröhlicher, lebhafter und verschmuster Hund, der im Großen und Ganzen "seinem" Menschen gefallen möchte. Trotzdem benötigt er, aufgrund seines doch noch immer vorhandenen Jagdtriebes, eine liebevolle, aber sehr konsequente Erziehung. Mit Härte oder allzu großer Strenge erreicht man bei einem sensiblen Ami nichts. Hier würde er mit Rückzug oder in seltenen Fällen auch mit Gegenwehr reagieren. Durch seine liebenswerten Charaktereigenschaften ist der American Cocker deshalb als Familienhund ganz besonders geeignet. Mit Kindern versteht er sich ausgesprochen gut, lässt sich problemlos von ihnen führen. Man muss eher den Ami vor den Kinder wie umgekehrt schützen, da er sich so gut wie alles gefallen lässt. Aufgrund seiner handlichen Größe, seiner Intelligenz und seiner schnellen Lernfähigkeit, ist der Ami sowohl für ein Leben in der Stadt wie auch auf dem Lande geeignet. Als Jagdhund ist er bewegungsfreudig und ausdauernd, er liebt aber auch die Bequemlichkeit eines Familienlebens zu Hause. Mit seinem üppigen Haarkleid erscheint der Ami als ein etwas zu groß geratenes Schoßhündchen. Dies ist jedoch ein Trugschluss, der Ami ist immer noch ein echter Spaniel, aber er ist sehr anhänglich und menschenbezogen. Er genießt lange Spaziergänge durch Wald und Flur, passt sich andererseits aber auch problemlos in ein Leben in der Stadt an. Für ihn steht die Familie an erster Stelle, ihr schenkt er seine Liebe und Loyalität, was nicht heißen soll, das er nicht auch Fremde "schwanzwedelnd" begrüßt. Ein aggressiver Wachhund ist der Ami nicht, dafür aber ein lautstarker. Kommt Besuch behauptet er laut und überzeugend, das es allein sein Besuch ist, denn er dann auch begeistert begrüßt! Nicht unterschätz werden darf das lange Fell des American Cocker Spaniels. In den letzten Jahren haben ehrgeizige Züchter immer mehr und immer dickeres Fell angezüchtet. Für den Hund und die Rasse als solches nicht unbedingt zum Vorteil. Schaut man sich American Cocker Spaniel bei großen Ausstellungen eines großen Weltverbandes und seinen angeschlossen Vereinen an, sieht man sie nur durchgestylt, meist in Boxen gehalten und nur zum bürsten herausgeholt. Wenig ansprechend für etwaige Interessenten. Leider geht es vielen Rassen so. Dies ist einer der Gründe, warum wir nicht in diesem großen Verein züchten. Der Ami soll noch immer Hund bleiben und nicht zu einem Modepüppchen degradiert werden. Nichtsdestotrotz braucht der American Cocker Pflege. Dies kann man mit etwas geschickt gut selber machen. Im Gegensatz zu vielen anderen Züchter, plädiere ich dafür, das Fell pflegeleicht zu halten. Dies kann auch durch einkürzen passieren. Denn machen wir uns nichts vor, der American Cocker kann seine Besitzer schier zur Verzweiflung treiben, wenn er aus dem Wald, neben einer reichen Sammlung an kleinen Hölzern, noch Tannenzapfen, Kletten, Schnecken und sonstige wenig ansprechende Mitbringsel mit nach Hause bringt. Der Ami schwimmt sehr gerne - und paniert sich hinterher ebenso gerne mit Laub und Sand! Natürlich ist der American Cocker eine langhaarige Rasse, aber und vorallem ist sein Charakter und Wesen einmalig, und dies ist nicht Fell versteckt. Wer sich also dem nicht gewachsen sieht, sollte entweder selber zur Schere greifen oder sich in regelmäßigen Abständen in die Obhut eines erfahrenen Hundefriseurs begeben. Lieber einen kurzhaarigen gepflegten American Cocker Spaniel als einen total verfilzten langhaarigen! Der Ami ist aber neben diesen bereits beschriebenen Eigenschaften aber auch ein toller Sporthund. Als Alternative zu den großen, meist Hütehunden im Agilitysport zeigt er sich nicht weniger motiviert wie diese. Eher skeptisch beäugt in Deutschland, ist er in seinem Ursprungsland Amerika sehr beliebt beim Agility. Er gibt alles, ist kaum zu bremsen und fliegt gradezu über Hindernisse.Als Jagdhund ist seine Nase wie geschaffen für die Spurensuche, was ihn für Mantrailing prädestiniert. Auch als Rettungshund leistet er ebenso gute Arbeit wie seine großen Kumpel. Aber auch als Therapiehund wird er immer beliebter, was an seine handliche Größe und den nicht von der Hand zu weisenden Niedlichkeitsfaktor liegt. Aber auch sein ruhiges Wesen und sein "Sucht" nach Streicheleinheiten tut das seinige. Man kann also kurz sagen: Der American Cocker ist der perfekte Hund für alle, dieeine bestimmte Größe nicht überschreiten wollen, dabei aber einenvollwertigen Kameraden haben wollen, der nicht nur ein Schoßhund ist,sondern ein ganzer Kerl (oder Mädchen ;-) !